In der Lebenszeit des Deutschlandfunks am 27. Januar 2017: Komplizierte Welt. Wie groß ist der Wunsch nach einfachen Antworten? Eine Sendung von Andreas Stopp (Mod.) und Judith Grümmer

NACHHÖREN

Die globalisierte Welt erscheint uns unüberschaubar und die weltweite Informationsflut kann mitunter in Überforderung, Ratlosigkeit oder auch Empörung umschlagen. Aber ist es ein tatsächlich neues Phänomen, dass als Reaktion daraus eine Sehnsucht nach einfachen Antworten erwächst?

Stimmt es, dass Politiker, Journalisten, Wissenschaftler auf der einen und Bürger auf der anderen Seite sich gegenseitig nicht mehr richtig zuhören? Ist Faktenwissen tatsächlich weniger wichtig als die persönlich gefühlte Wahrheit? Falschnachrichten, „Alternative Fakten“ oder gar Verschwörungstheorien werden gezielt verbreitet und verändern unsere Gesellschaft, warnen die einen. Gebt uns einfache Antworten und redet nicht über unsere Köpfe hinweg, fordern andere. Von Entfremdung zwischen Bürgern und Politikern ist neuerdings viel die Rede. Und davon, dass der Wunsch nach einfachen Antworten letztlich den sozialen Frieden und den Bestand unserer Demokratie gefährden könnte. Was ist Ihre Meinung: Stimmen Sie diesen Einschätzungen zu?

Wie groß ist der Wunsch nach eindeutigen Antworten zu politischen, sozialen, ökonomischen Fragen? Ist es möglich, komplizierte Zusammenhänge in einfache Formeln zu fassen? Fehlt es in unserer Gesellschaft an der Bereitschaft anzuerkennen, dass es in vielen Fragen weder ein richtig noch ein falsch gibt, sondern die Wahrheit oftmals in der Differenzierung liegt?

Oder sind wir heute tatsächlich weniger in der Lage oder daran  interessiert, die großen Zusammenhänge zu erfassen, so dass wir uns stattdessen in simplen Erklärungen flüchten?

Darüber diskutiert die LEBENSZEIT am 12.02.2016, 10:10 – 11:30 Uhr. Hörertelefon 00800/44 64 44 64, lebenszeit@deutschlandfunk.de

Mit

Daniela Kolbe, Mitglied im Deutschen Bundestag, SPD, Leipzig

Hans Leyendecker, Journalist

Prof. Dr. Andreas Rödder, Historiker an der Universität Mainz

Dr. Karl Hepfer, Philosoph, Privatdozent an der Universität Erfurt

 

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