• Impressionen aus Bolivien (Fotos: Judith Grümmer)

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Als Gastfamilie eines bolivianischen Austauschschülers neugierig geworden, lassen wir uns als Familie 2004/2805 auf das Reiseabenteuerland Bolivien ein. Wir – Mutter, Vater, drei Kinder, der jüngste Sohn ist gerade neun Jahre – bereisen mit Rucksack und öffentlichen Bussen das Land. Es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Sprachlos, weil zunächst ohne Spanischkenntnisse, nach zwanzig Jahren Berufs- und Familienleben erstmals nur sich selbst verantwortlich, kehre ich bald darauf zurück nach Bolivien: Denn es ist nie zu spät, um eine neue Fremdsprache zu lernen und sich als Freiwillige im sozialen Auslandseinsatz zu engagieren. Und weil ich als Journalistin dann doch die Finger nicht von Mikrofon und Schreibblock lassen kann, beginne ich bolivianischen Geschichten und Begegnungen zu sammeln. Und werde auch in Zukunft immer wieder zurückkehren, um den Wandel Boliviens weiterhin zu dokumentieren.

Aktuell:  Vom 27.09. bis 19.12. 2012 befand ich mich erneut auf Recherchereise in Bolivien.

Musikalische Missionierung. Barocke Klänge aus dem Dschungel

Das Feature im Deutschlandfunk, 30. August 2013. Aus der Reihe Ortserkundungen: Barocke Klänge aus dem Dschungel Von Judith Grümmer Zum NACHLESEN «Das ich aber das glück gehabt in disse missiones geschicket zu werden, hatt nit wenig darzu geholffen, weillen ich die music verstehe, und erkenne erst ietz, warumb die göttliche vorsichtigkeit geordnet, das ich in meiner jugend die music lehrnete, damit ich nemblich aus dissen Indianern nit nur fromme und eyfferige christen, sondern auch musicanten machen sollte, als welche bishero noch kein music nach der kunst oder die noten gesehen oder gehöret haben.» (Martin Schmid, 1730) Der Schweizer Jesuitenmönch Martin Schmid war der erste.[...]

Barocke Klänge im bolivianischen Dschungel.

Eine Reportage von Judith Grümmer auf WDR5 (März 2012)      [...]

Strickend in den Anden. Zum Nachlesen ...

Eine abschließende Randnotiz aus Sucre, Bolivien - und ein erstes Live-Gespräch in WDR5, Köln (als Podcast zum Nachhören, siehe unten) “Ich habe die Ferse vergessen. Wann strickst du wieder mit mir?”, begrüßt mich Doña Julia, greift nach meiner rechten Hand, legt mir ihre Linke auf die Schulter und küsst mich auf beiden Wangen. Da bin ich also wieder. In Alcalá, in „meinem“ Dorf. Hier fing es an. Auf der Plaza und in der Kirche. Das Projekt mit den fünf Nadeln. Doña Julia hatte damals die Schlüssel zu den Kirchenräumen. Und so haben wir uns wochenlang getroffen umd dort gemeinsam zu stricken.[...]

Live in WDR5: "Strickend durch die Anden". 20.12.2012 (Podcast)

"Neugier genügt"  Einfach mal reinhören.      [...]

„Para vivir bien“ - Für ein gutes Leben

Randnotiz, 2. Dezember 2012 Was braucht ein stark unterentwickeltes Land, um in den Aufschwung zu kommen? Die Antwort ist in den Andentälern überall ganz offensichtlich: Strassen. Elektrizität. Trinkwasser. Bildung, Bildung, Bildung. Ein funktionierendes Gesundheitssystem. Und ein modernes, also heutzutage digitales Kommunikationssystem. Und damit sind dann auch die bolivianischen Entwicklungsschwerpunkte schon skizziert. Nach 2008 und 2009 bin ich erneut auf dem Weg in „meine“ Dörfer Alcalá und El Villar. Dort habe ich einige Monate gelebt, dort kenne ich mich aus. Was hat sich verändert, was und vor allem wer ist geblieben? Von Santa Cruz aus fahren wir durch das tropische Tiefland zunächst am Fusse[...]

Kleine Spende – große Hilfe: Das blaue Klohäuschen von Mulacancha.

Randnotiz, 1. Dezember, Comunidad Alcalá „Eine Kloschüssel über einem Loch aufzustellen, das ergibt ja noch keine ordentliche Toilette,“ höre ich, als ich in Mulacancha das kleine blaugestrichene Sanitärhäuschen öffne: Ein stilles Örtchen für die Mädchen, eins für Jungs. Davor jeweils ein Handwaschbecken, ein separater Duschraum und hinter dem Häuschen: die dreikammrige Güllegrube. Auf die in den Erdboden eingelassenen drei Betondeckel macht mich Max Steiner, der in mehr als 10 Jahren eine Freiwilligenorganisation in Bolivien aufgebaut hat, besonders aufmerksam. „Die Klärung des Abwassers sollte auch hier auf dem Land unbedingt dazugehören, wenn man ein Toilettenhäuschen baut. Auch, um aufzuzeigen, wie Schwarzwasser geklärt werden[...]

Neunzehn Stunden zwischen La Paz/El Alto und Santa Cruz

Randnotiz aus Bolivien, 19. und 21. November 2012 Ein letzter Blick zurück auf die verschneiten Berggipfel der Königskordilleren, während der Bus sich die steilen Strassen von La Paz qualmend hinauf quält. Dann eine stundenlange, rasendschnelle Fahrt über die fast topfebene Hochfläche der Anden. Im letzten Licht der untergehenden Sonne bearbeiten die Bauern ihre winzigen Felder. Postkartenidylle auf dem Altiplano. Jetzt, nach den ersten Regenfällen, können sie endlich mit der Saat beginnen: Kartoffeln, Bohnen, Zwiebeln und Gerste als Beifutter für´s Vieh. Die meisten Kleinbauern beackern hier oben ihr Land von Hand oder mit Hilfe von Ochsen. „Traktoren sind viel zu teuer und[...]

„Herzlich Willkommen in El Alto."

El Alto/ La Paz, 18.11.2012 "... ich hoffe, du wirst dich in meinem Haus wohl fühlen.“ Und mit diesen Worten nimmt Doña Ela mich in den Arm. „Herzlich Willkommen, Schwester. Meine Familie ist deine Familie.“ Seit sechs Tagen lebe ich nun in ihrer Familie, und während ich meine Eindrücke zu sortieren versuche, habe ich mich in eine Wolldecke eingewickelt und zwei Pullover übereinander gezogen. El Alto liegt auf einer ca. 4100 m hohen Andenhochebene, unweit des Lago Titicaca und in unmittelbarer Nachbarschaft zum bolivianischen Regierungssitz La Paz. Ursprünglich, vor rund dreißig Jahren, lebten hier nur wenige Aymara-Familien. Unterdessen ist El Alto nicht[...]

Carlos und Reína. Nachhaltiges Engagement in der Freiwilligenarbeit

Randnotiz aus Bolivien. 4. November 2012, Sucre Zwischenstation in Sucre. Und eine deutliche Abkühlung zum subtropisch-heißen Santa Cruz. Das heißt: Nachts ziehe ich mir Wollsocken über, anstatt die Klimaanlage anzuschalten. Immerhin liegt die alte Kolonialstadt auf 2.800 m, also auf „Zugspitzen-Niveau“ oder im „Ewigen Frühling“. Ein idealer Ort für die allmähliche Höhenanpassung mit Hilfe von Kokatee und Soroche-Pills (Koka und Aspirin), bevor es dann ins 4100 m hochlegene El Alto weitergehen wird. Dort erwartet mich dann winterliche Kälte und mit der nun allmählich einsetzenden Regenzeit dann auch Schneefall. Bolivien ist eben ein Land der krassen Gegensätze. In Sucre treffe ich Ina. Sie[...]

Barockmusik im bolivianischen Dschungel

Bolivianische Randnotiz, San José de Chiquitos, 22.10.2012 „Die Violine ist mein Leben.“ Deshalb spielt die dreizehnjährige Adelaí fast jede freie Minute auf ihr. Das heißt: Jeden Morgen zwei Stunden. Dann folgen die Hausaufgaben fürs Colegio, das sie nachmittags in der zweiten Schicht besucht. Aber wenn sie danach noch Zeit hat, dann greift sie wieder zur Geige. Und abends gehts täglich in die Musikklasse. Freiwillig und sehr zum Stolz ihrer Familie. „Seit zweieinhalb Jahre komme ich hier in die Musikschule. Mir gefällt die alte Musik, die wir hier spielen. Diese Barockmusik hat viel mit uns selbst zu tun, anders als die moderne[...]

Geheimnis einer bolivianischen Fußgängerampel

Randnotiz aus Bolivien, Santa Cruz, 18.10.2012   Bisher hatte ich jeden Morgen, wenn ich die Avenida Alemana zu Fuß überquerte, dieselbe ungute Schlagzeile vor meinem inneren Auge: Deutsche auf der Deutschen Strasse überrollt. Bisher! Denn jetzt glaube ich, das Geheimnis der bolivianischen Fußgängerampel durchschaut zu haben. „El semáforo“ heißt „die Verkehrsampel“. Aber schon für „Fußgängerampel“ gibt es im bolivianischen Spanisch keine Vokabel! Vielleicht sollte da schon ein Warnung sein? Jedenfalls hat es einige Zeit gedauert, bis ich erkannt habe, wie ich diese einsame Fußgänger-Ampel auf der Avenida Alemana überhaupt gefahrlos nutzen kann. Es sind nur sieben Sekunden, dann springt die Drück-Ampel für[...]

Mit dem "Micro" durch Santa Cruz

Randnotiz aus Bolivien. 12.Oktober 2012. Mit weit ausgebreiteten Armen klebt „El Señor“, die Christusfigur, an der Frontscheibe und das ist auch gut so, denke ich, denn ein bisschen himmlischer Schutz ja kann nie schaden. Der „Micro“, den ich an der Avenida Alemana mit einem leichten Handwinken angehalten habe, fährt direkt ins Stadtzentrum. Wo ich aussteigen muss, um an die Plaza Principal zu gelangen, werde ich später genauer erfragen, denn es bleiben noch mindestens zwanzig Minuten Fahrzeit. Festgelegte Haltestellen, wie wir sie kennen, gibt es im bolivianischen Stadtverkehr nirgends. Es reicht ein deutliches „¡Pare!“ (Halten) oder „¡ La proxima esquina!“ (an der[...]

Bolivien: Ein herzliches "Hola" von der anderen Seite der Welt.

Zur Zeit bereite mich in Santa Cruz de la Sierra auf meine Recherchereise durch Bolivien vor. Geplant ist ein längerer Aufenthalt in "El Alto", der andinen "Schwesterstadt" von La Paz, in der in 4100 m Höhe unterdessen fast eine Millionen Indígenas leben. Ausserdem werde ich mich auf die Spuren der Jesuiten begeben, die 1690 bis 1767 zahlreiche Missionen in der bolivianischen Chiquitania gegründet haben. Bis heute haben viele Traditionen hier überlebt, wie beispielsweise die Barockmusik. Natürlich zieht es mich auch die Andendörfer, in denen ich die letzten Male gelebt habe. Dort, ebenso wie in El Alto, werde ich mein "Sockenprojekt"[...]

Das Buch: Mosaico Boliviano – Bolivien in Reportagen, Interviews und Momentaufnahmen

von Judith Grümmer und Max Steiner. Als Max Steiner und Judith Grümmer sich entschieden, dieses Buch herauszugeben, um in Alltagsgeschichten den Facettenreichtum Boliviens zu dokumentieren, hatten sie sich zum Ziel gesetzt, der Kraft zu vertrauen, die in leisen, hintergründigen, aber authentischen Zwischentönen ruht. Entstanden ist ein Mosaik aus bolivianischen Begegnungen und Momentaufnahmen jenseits der tagesaktuellen Schlagzeilen, gedacht auch für den geschärften Blick, abseits der Themen, die ein guter touristischer Reiseführer bieten kann. In einem Spannungsfeld zwischen journalistischer Berichterstattung, eigener Erkundungen junger Freiwilliger im Sozialeinsatz und dem Hintergrundwissen eines eingewanderten Schweiz-Bolivianers, der auch die Schattenseiten seiner neuen Heimat kennen lernte, ist „Mosaico Boliviano“[...]

Ein Schluck Chicha für die Pachamama. Bolivianische Dorfgeschichten

Ein Feature von Judith Grümmer Fünf Stricknadeln, "cinco palillos" und etwas Wolle öffnen Türen, lösen Zungen, ermöglichen Nähe ohne große Worte. Sieben Monate lebt und arbeitet die Autorin als Freiwillige in Bolivien, paukt die Sprache, entdeckt das Land und bekommt eine ungeahnte Aufgabe: Dorffrauen bitten sie, ihnen das Sockenstricken zu zeigen. Beim gemeinsamen Nadelspiel wird die Beobachterin zur Sammlerin bolivianischer Alltagsgeschichten. Ein Jahr später hat der Fortschritt neue Straßen, Internet und Mobiltelefon in die abgelegenen Dörfer gebracht. Es wird investiert, gebaut und verbessert. Die Nachfahren der einstigen Sklaven beginnen die Zukunft Boliviens mit ihrem Wahlrecht, durch Schulbildung, Eigeninitiative und Kreativität zu[...]

Der Präsident ist weit. Leben in einem bolivianischen Andental

Ein Feature von Judith Grümmer, Westdeutscher Rundfunk, WDR5 Wer Alcalá und El Villar in Bolivien auf der Landkarte finden will, muss schon ganz genau hinschauen. Die beiden Dörfer liegen fünf und sieben Busstunden von der nächsten Stadt entfernt – und sehr weit von der bolivianischen Hauptstadt La Paz. Hier geht das Leben seinen ganz eigenen Gang, geprägt durch harte Arbeit und viele Feiern. Doch die Menschen träumen nicht nur von einem besseren Leben. Die Aktiven im Dorf setzen der anhaltenden Landflucht tatsächlich etwas entgegen. Und so wächst mit dem allmählichen Fortschritt, mit Elektrizität, Internet und Telefon auch die Überzeugung, dass sie[...]

Fluchtpunkt Sucre. Eva de Vilar über ihre Emigration nach Bolivien

In der Reihe "Erlebte Geschichten", Westdeutscher Rundfunk, WDR 5 Autorin: Judith Grümmer, Redaktion: Mark vom Hofe Eva de Vilar hieß noch Kassewitz und war neun Jahre alt, als sie mit ihren Eltern die „Patria“ bestieg, das Schiff, das ausgerechnet auf den Namen „Vaterland“ hörte, mit dem sie Deutschland und Europa nach Bolivien verließ. 1930 in Pforzheim geboren, verlor ihr Vater 1933 aus „Rassegründen“, wie sie sagt, seine Arbeit. In Leipzig an einer israelitischen Schule erhielt er eine neue Beschäftigung. Dort lebte die Familie, bis die Reichskristallnacht 1938 das endgültige Aus bedeutete und Evas Vater verhaftet und für fünf Wochen nach Buchenwald geschickt[...]
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