Lebenszeit am 3. März 2017 im Deutschlandfunk:  Leben ohne Müll. Welche Wege führen aus der Wegwerfgesellschaft? Team: Judith Grümmer und Sören Brinkmann (Mod.)

Bundesweit landen nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) 320.000 Wegwerf-Kaffeebecher im Müll – pro Stunde!

Während einerseits Recycling und Abfallvermeidung seit Jahrzehnten zentrale Umweltschutzthemen sind, treibt die Wegwerfkultur immer neue Blüten: Plastikverpackungen für hartgekochte und geschälte Eier, verzehrfertige Bananen in Vakuumpacks oder Avocados, Süßkartoffeln und Zitrusfrüchte, die einzeln in Plastik verschweißt in den Ladentheken liegen. Ein enormer Ressourcenverbrauch, während gleichzeitig die kostenlosen Einkaufstüten mit großer medialer Aufmerksamkeit aus dem Handel genommen worden sind.

Plastikverpackungen lassen sich nicht vermeiden, wenn es im Supermarkt um Hygiene beim Verkauf von frischen Käse- und Wurstwaren, Obst und Gemüse geht, heißt es immer wieder. Und wer hat schon die Zeit, mit der Jutetasche auf dem Bauernmarkt einzukaufen-sofern es überhaupt einen in der Nähe gibt!

Keinen oder möglichst wenig Müll zu produzieren, das mag eine radikale Forderung sein, doch ist sie auf Dauer nicht unumgänglich?

Was können Verbraucher, Wirtschaft und Politik tun, um weniger Ressourcen zu verbrauchen und unsere Umwelt nicht immer mehr mit Müll zu belasten?

Wiederverwerten. Reparieren. Eintauschen. Miteinander teilen, was man nicht ständig benötigt. Welche Konzepte führen zu nachhaltigem Umdenken und auf einen umweltschützenden Weg aus der Wegwerfgesellschaft? Lassen sich Lifestyle und Umweltschutz verbinden?

Wie könnte unser Lebensalltag ohne „ex und hopp“ und mit weniger Müll aussehen? In der Lebenszeit diskutieren wir nicht nur über Zukunftskonzepte, sondern auch über Ihre ganz alltäglichen Erfahrungen mit der Müllvermeidung.

Gesprächspartner:

Ministerin Priska Hinz, Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Sabine Thümler, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Berliner Stadtreinigung

Dr. Michael Bilharz, Umweltbundesamt, Fachgebiet Nachhaltige Konsumstrukturen

 

In der „Lebenszeit“ des Deutschlandfunks vom 03.06.2016: „Haben oder Sein. Gibt es Alternativen zur Konsumgesellschaft?“ Eine Sendung von Judith Grümmer und Michael Roehl (Mod.)

Nachhören

„Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe?“ Die Erkenntnisse des Psychoanalytikers und Philosophen Erich Fromm in seinem Buch „Haben oder Sein“ schienen vor 40 Jahren einer ganzen Generation von jungen Menschen aus der Seele zu sprechen. Materieller Besitz wurde radikal in Frage gestellt zugunsten einer menschlicheren Gesellschaft.

Doch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung verlief ganz anders: Steigender Konsum wurde zur Zauberformel für Wohlstand und Wachstum. Kaufen und Besitzen entwickelte sich immer mehr zum lustvollen Lebensinhalt und diente der Selbstbestätigung des modernen Menschen.

Und heute? Die Auseinandersetzung mit Erich Fromms Utopien erscheinen von verblüffender Aktualität, etwa wenn junge Menschen neue Lebensformen ausprobieren. Da wird das Teilen wichtiger ist als der eigene Besitz und Gemeinschaft bedeutender als die individuelle Abgrenzung. Davon zeugen Carsharing, Gemeinschaftsgärten oder Tauschringe.

„Haben oder Sein“ – Gibt es Alternativen zur Konsumgesellschaft“, unser Thema in der heutigen Ausgabe der Lebenszeit.

Und auch Ihre Meinung interessiert uns: Was ist aus Ihrer Sicht aus den Utopien von Erich Fromm geworden? Haben sie heute noch Aktualität? Und gibt es tatsächlich eine Alternative zu einer Welt, in der oftmals das Habenwollen oberste Priorität hat?

Mit:

Dr. Rainer Funk, Psychoanalytiker und letzter Assistent von Erich Fromm, Tübingen

Greta Taubert, Utopie-Testerin, Autorin, Journalistin aus Leipzig

Theresa Eyerund, Wirtschaftswissenschaftlerin am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln

 

 

 

 

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