In der „Lebenszeit“ des Deutschlandfunks vom 03.06.2016: „Haben oder Sein. Gibt es Alternativen zur Konsumgesellschaft?“ Eine Sendung von Judith Grümmer und Michael Roehl (Mod.)

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„Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe?“ Die Erkenntnisse des Psychoanalytikers und Philosophen Erich Fromm in seinem Buch „Haben oder Sein“ schienen vor 40 Jahren einer ganzen Generation von jungen Menschen aus der Seele zu sprechen. Materieller Besitz wurde radikal in Frage gestellt zugunsten einer menschlicheren Gesellschaft.

Doch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung verlief ganz anders: Steigender Konsum wurde zur Zauberformel für Wohlstand und Wachstum. Kaufen und Besitzen entwickelte sich immer mehr zum lustvollen Lebensinhalt und diente der Selbstbestätigung des modernen Menschen.

Und heute? Die Auseinandersetzung mit Erich Fromms Utopien erscheinen von verblüffender Aktualität, etwa wenn junge Menschen neue Lebensformen ausprobieren. Da wird das Teilen wichtiger ist als der eigene Besitz und Gemeinschaft bedeutender als die individuelle Abgrenzung. Davon zeugen Carsharing, Gemeinschaftsgärten oder Tauschringe.

„Haben oder Sein“ – Gibt es Alternativen zur Konsumgesellschaft“, unser Thema in der heutigen Ausgabe der Lebenszeit.

Und auch Ihre Meinung interessiert uns: Was ist aus Ihrer Sicht aus den Utopien von Erich Fromm geworden? Haben sie heute noch Aktualität? Und gibt es tatsächlich eine Alternative zu einer Welt, in der oftmals das Habenwollen oberste Priorität hat?

Mit:

Dr. Rainer Funk, Psychoanalytiker und letzter Assistent von Erich Fromm, Tübingen

Greta Taubert, Utopie-Testerin, Autorin, Journalistin aus Leipzig

Theresa Eyerund, Wirtschaftswissenschaftlerin am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln

 

 

 

 

Lebenszeit im Deutschlandfunk am 14. März 2015: Weniger besitzen – Was wir zum Leben wirklich brauchen. Eine Sendung von Judith Grümmer und Daniela Wiesler (Mod.)

Haben Sie eine Idee davon, wie viele Gegenstände Sie zurzeit besitzen? Oder einfacher gefragt: Wie viele Schuhe oder Handtaschen? Wie viele Werkzeuge haben Sie doppelt und in den vergangenen Jahren nie in der Hand gehabt? Oder: Das wievielte Auto fahren Sie und mit dem wievielten Handy telefonieren Sie gerade? Wie viele Bücher verstauben seit Jahren ungelesen in Ihrem Regal?
Es sind wahrscheinlich um die 10 000 Gegenstände, die Sie gerade ihr Eigen nennen. Das ist der Durchschnittswert für einen durchschnittlichen Europäer. Der Mensch ist ein Sammler und Jäger: Früher in Wald und Steppe, heute im Kaufhaus oder Internet. …
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Die Erkenntnis, dass mehr Bescheidenheit auch mehr Freiheit bedeuten kann, wurde nicht nur von Diogenes propagiert, der vor mehr als 2000 Jahren bescheiden in einer Tonne lebte, sondern ist auch heute wieder eine wichtige Frage auf der Suche nach dem eigenen Lebensglück und dem, was wir zum Leben wirklich brauchen:

Diskutieren Sie mit. Rufen Sie an unter der kostenfreien Telefonnummer: 00800 44 64 44 64 oder mailen Sie unter: lebenszeit@deutschlandfunk.de

Gesprächspartner sind:
Greta Taubert, Autorin aus Leipzig  (Autorin des Buches „Apakalypse Jetzt!“, Eichbornverlag 2014)
Sven Stemmer, Philosoph aus Detmold (Das Diogenes-Projekt)
Dr. Astrid Müller, Psychologin aus Hannover (Kaufsucht-Expertin)

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