„Vom guten Sterben“. Aktuelle Forschungsprojekte über den Umgang mit dem Lebensende

Dörte Hinrichs hat für ihren Forschungsbericht „Aus Kultur- und Sozialwissenschaften“ Familien besucht, die an dem Pilotprojekt „Familienhörbuch. Audiobiografien für schwer erkrankte Mütter und Väter mit kleinen und heranwachsenden Kindern“ teilgenommen haben.

Mehr über das von Judith Grümmer initiierte Pilotprojekt finden Sie unter www.familienhoerbuch.de

„Menschen hautnah“ , 22:40 – 23:25 Uhr:
Das will ich Dir noch sagen.
Wenn junge Eltern sterben.
Ein Film von Renate Werner

Als Andrea Bizzotto erfährt, dass er eine unheilbare Krebserkrankung hat, ist seine Frau Maria gerade im fünften Monat schwanger. Heute ist ihre gemeinsame Tochter Giulia zwei Jahre alt, doch der 33-Jährige wird nicht miterleben, wie sie aufwächst. Andrea will Giulia etwas Bleibendes hinterlassen und tippt im Krankenbett seine Lebensgeschichte ins Handy. Kapitel für Kapitel entsteht seine Autobiografie. „Ich hoffe, dass Giulia eines Tages dieses Buch in den Händen hat. Damit sie weiß, wer ich war.“ Auch Gabi und ihr Mann tun alles, damit die vierjährige Tochter Lena eine möglichst unbeschwerte Kindheit hat. Als Gabi mit 38 Jahren Brustkrebs bekommt, ist Lena noch ein Baby. Durch Zufall stößt sie auf das Hörbuch-Projekt von Judith Grümmer, eine Radiojournalistin, die für schwer erkrankte junge Eltern Audio-Biografien herstellt.

„Das Hörbuch sagt auch viel über meinen Charakter aus, und bringt ihr näher, wer ihre Mama war“, hofft Gabi. „Wenn ich nicht mehr da bin, gibt es niemanden, der Lena diese Geschichten über mich erzählen kann.“ Der Film begleitet schwer kranke Eltern dabei, wie sie um ein „gutes“ Lebensende ringen. Wie sie ein Vermächtnis vorbereiten, mit dem sich ihre jetzt noch kleinen Kinder später an sie erinnern können.

Die Website „Menschen hautnah“, WDR

Mehr über das von Judith Grümmer initiierte Pilotprojekt finden Sie unter www.familienhoerbuch.de

Lebenszeit im Deutschlandfunk am 11. April 2014: Der Prozess des Sterbens. Eine Sendung von Judith Grümmer und Andreas Stopp (Mod.)

Podcast zum Nachhören und Download

Wie möchte ich sterben? Was verstehe ich selbst unter gutem Sterben? Und: Wie kann ich mich auf meinen eigenen Tod so vorbereiten, dass das Sterben nicht eine unendliche Qual wird? Fragen, über die wir eher nicht nachdenken, so lange es uns gut geht.

Der Gedanke an die eigene Todesstunde macht manchen Angst. Sie wollen nicht wahrhaben, dass uns allen diese Stunde unwiderruflich schlagen wird, denn das Sterben gehört zum Leben einfach dazu. Vielleicht begegnen wir dem Tod erst im hohen Alter, nach einem erfüllten Leben. Vielleicht aber auch schon morgen, völlig unerwartet und viel zu früh.
Ob wir  unser Leben vielleicht  gelassener, fröhlicher, angstfreier und selbstbestimmter gestalten können, wenn wir mehr über das Sterben selbst  wissen? Wenn wir uns vorbereiten können? Das sind Fragen, über die Sie gemeinsam mit unseren Gästen in der „Lebenszeit“ diskutieren oder nachdenken können.

Wir können dem Tod nicht entgehen, aber wir können uns auf ihn einstellen und dabei das Leben vielleicht sogar angstfreier genießen. Und wir können lernen, unsere sterbenden Angehörigen so zu begleiten, dass sie umsorgt und geliebt bis zu ihrem letzten Atemzug leben können. Wenn Tod und Sterben nicht länger verdrängt und versteckt werden, dann gibt es Hoffnung auf einen neuen Umgang mit dem Sterben…

Rufen Sie uns an unter der kostenfreien Telefonnummer. 00800 44 64 44 64 oder mailen Sie uns unter: lebenszeit@deutschlandfunk.de

Unsere Gesprächspartner sind:

Martina Kern, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Leiterin Zentrum für Palliativmedizin des Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard, Bonn

Marly Joosten, Bestatterin, Sterbebegleiterin, Krankenschwester, Gründerin der Abteilung Pflege-Überleitung am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Koordinatorin in einem ambulanten Hospiz

Annette Bopp, Diplom-Biologin / Journalistin. Mit-Autorin des gerade erschienenen Buches „Die sieben Geheimnisse guten Sterbens“, Dorothea Mihm und Annette Bopp, Kailash Verlag, Hamburg

Prof. Dr. Norbert Fischer, Sterbeforscher, Honorarprofessor am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie sowie Privatdozent für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte am Historischen Seminar der Universität Hamburg

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