Im Deutschlandfunk: In der Sendereihe „Lebenszeit“ am 20.7.2016: „Wer kümmert sich eigentlich um uns?“ Wenn Deutsche sich benachteiligt fühlen. Eine Sendung von Judith Grümmer und Petra Ensminger (Mod.)

„Um mich kümmert sich niemand von denen da oben.“, „Die sorgen sich nur um ihren eigenen Vorteil, für uns machen die nichts.“, „Den Randgruppen wird alles reingeschoben und wir gehen leer aus“. Solche Sätze sind nicht selten zu hören. Eine tiefe Verunsicherung zieht sich durch das Land bis in die Mitte der Gesellschaft, warnen viele Wissenschaftler.

Die Kommentare in den sozialen Netzwerken scheinen dies zu bestätigen: Viele Deutsche fühlen sich benachteiligt, unverstanden und ausgeschlossen. Sie haben die Überzeugung verloren, aus eigener Verantwortung ihr Leben meistern zu können. Und beobachten gleichzeitig, dass andere durchaus umsorgt werden.  Woher kommt das Gefühl, dass für andere mehr getan wird, als für einen selbst? Welche sozialen Ungerechtigkeiten werden im Alltag benannt?

Ist das Leben vielleicht so kompliziert und differenziert geworden, dass es immer schwerer wird, mit den sich ständig verändernden Anforderungen Schritt zu halten, sein Leben vorausschauend zu planen? Ist Politik so entrückt, dass viele  Entscheidungen nicht mehr durchschaubar sind? Sollte der Staat mehr „umsorgen“, und zwar nicht nur Minderheiten, sondern  auch die Schwierigkeiten der Mehrheiten stärker mitberücksichtigen?

Wer kümmert sich eigentlich um uns? Wenn Deutsche sich benachteiligt fühlen -darum geht es in der Lebenszeit.

Gesprächsgäste:

  • Susanne Wolf, Geschäftsführerin der Schuldnerberatung Herne e.V.
  • Dr. Traudel Weber-Reich, Pflegewissenschaftlerin und Leiterin einer Schule für Altenpflege in Leinefelde, Thüringen
  • Prof. Dr. Steffen Mau, Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin

 

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