Die „Lebenszeit“ im Deutschlandfunk, 23. Februar 2015. Eine Sendung von Judith Grümmer und Michael Roehl (Mod.)

Als zukunftsorientierte und moderne Arbeitgeber  wirbt die Bundeswehr seit der Aussetzung der Wehrpflicht bei jungen Erwachsenen. Deren freiwilliges Engagement in staatsbürgerliche  Verantwortung könnte der erste Schritt in einer längeres oder gar unbefristetes Ausbildungs- und Arbeitsverhältnis als Soldat oder Soldatin sein.

Doch was junge Staatsbürger in Uniform dann im Kasernenalltag erleben, steht für viele Jugendliche im Widerspruch zu dem Anspruch der Armee als attraktiver Arbeitgeber.  Jeder vierte Freiwillige bricht seinen Freiwilligen Wehrdienst vorzeitig ab. Schon der raue Ton auf dem Kasernenhof, der  Drill, die geforderte Disziplin macht es vielen schwer, die  Grundausbildung zu Ende zu bringen. Der geforderte Gehorsam, den manche als Schikane erleben. Die strengen Hierarchien, die immer wieder auch als Machtmissbrauch erlebt werden.  Die körperlichen und psychischen Übergriffe, die nicht nur von Soldatinnen gefürchtet werden. Es gibt vieles, was junge Rekruten und Soldaten an der Bundeswehr zumindest hinter vorgehaltener Hand kritisieren.

Viele junge Erwachsene sind in ihren Familien dazu erzogen worden,  eigene Meinungen zu äußern, sich gegen ungerechte Behandlungen zu wehren und befremdlich Entscheidungen in Frage zu stellen. Wie erleben sie die ihnen bisher unbekannte Soldatenwelt? Wer bewirbt sich überhaupt freiwillig zur Bundeswehr? Und wie hat sich der Arbeitgeber Bundeswehr verändert, seit die „Schule der Nation“ auf Freiwillige angewiesen ist? Welches Selbstverständnis  braucht die Bundeswehr, um als modernes und  arbeitnehmerfreundliches Unternehmen auch zukünftig Soldaten jene Höchstleistungen abzufordern, die im Einsatz womöglich über Leben und Tod entscheiden?

Gesprächspartner:

Klaus-Dieter Petersen, Bundesjugendtrainer beim Deutschen Handballbund und ehemaliger Handballnationalspieler.

Prof. Thomas R. Elßner, Militärseelsorger am Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, Koblenz

Hauptmann Alexander Görlach, Kompaniechef der 7. Kompanie des Führungsunter-stützungsbataillon 281 in Gerolstein

Rolf Clement, Journalist, sicherheitspolitischer Experte des Deutschlandfunks

Kapitänleutnant Felix Knoblich, Leiter Karriereberatungsbüro der Bundeswehr, Düsseldorf

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