Deutschlandfunk, „Lebenszeit“ am 6.November 2015: „Was ich war, zählt nicht mehr“. Eine Sendung von Judith Grümmer und Daniela Wiesler (Mod.)

Wer bin ich, wenn ich nicht mehr hinter der Ladentheke stehe, am Lehrerpult, im Labor oder am Operationstisch? Wer bin ich, wenn mit Rente oder Pension das Berufsleben abgeschlossen ist und die Arbeit nicht mehr wie bisher meinen Alltag strukturiert? Wenn der Geldbeutel zwar schmaler, aber die selbstbestimmte Zeit dafür mehr geworden ist?

„Der Austritt aus dem Berufsleben eröffnet neue Lebensherausforderungen, die sich ebenso wuppen lassen wie alle anderen zuvor“, meint Karin Weber-Duve und rät deshalb sich und ihren AltersgenossInnen zu mehr Selbstbewusstsein. Die Grundstimmung der heute 65jährigen sei heiter, meint sie. Egal, ob man seinen Ruhestand nur genießen oder sich endlich für Themen engagieren möchte, für die man bisher keine Zeit hatte. Der neue Seins-Zustand kann auf eine Entdeckungsreise zu sich selbst führen.

Doch Vorsicht, warnen andere Stimmen: Das idealisierte Bild von den fitten, selbstbestimmten, aktiven RentnerInnen, die nochmals die Ärmel hochkrempeln, dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass  Altwerden vor allem auch mit Statusverlust, Aberkennung und Abschied verbunden ist. Aberkennung von Ansehen, Anerkennung und Bedeutung. Abschied von Mitmenschen, von Gesundheit und vielleicht von noch offenen Lebensplänen.

Wie also steht es um das Selbstbewusstsein im Ruhestand, wenn vieles von dem nicht mehr zählt, was bisher in den Erwerbsjahren wichtig war?

Zu Gast:

Karin Weber-Duve, Teilzeit-Rentnerin und Autorin aus Hamburg

Prof. Kirsten Aner, Gerontologin an der Universität Kassel

Gerhard Klammer, Rentner, ZWAR-Gruppe Dortmund

 

Tagged with →  
Share →
Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: