„Lebenszeit“ am 3. August 2012, 10.10 bis 11.30 Uhr

 DEUTSCHLANDFUNK

Eine Sendung von Adalbert Siniawski und Judith Grümmer (Moderation)

→ Zum Nachhören und Download

„Ich wär’ sautraurig, wenn ich gehen müsste“, sagte einmal Christoph Schlingensief. „Ich hab da a) keinen Bock drauf und b), ich find das so sensationell hier!“ Das Buch über das Krebsleiden des 2010 verstorbenen Regisseurs wurde zum Bestseller und war Anlass für zahlreiche öffentliche Gespräche über den Tod. Dennoch glauben zwei Drittel der Deutschen, dass die Gesellschaft, also wir alle, den Tod nicht wahrhaben wollen und aus unserem Alltag verdrängen.

Man spricht über Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und die Grenzen der Sterbehilfe. Tatsächlich aber bleibt der Tod unsichtbar, unberührbar, oft wortlos.  Früher ging man unaufgefordert in das Haus, in dem jemand gestorben war. Man spendete Trost, bot den Angehörigen seine Hilfe an und nahm vom Toten von Angesicht  zu Angesicht  endgültig Abschied.  Heute scheuen viele davor, sich mit der  Endlichkeit  des Lebens und dem Tod auseinanderzusetzen. Warum eigentlich?

Gesellschaftlich verdrängt, rückt die bewusste Auseinandersetzung mit dem Tod ins Abseits. Dabei wissen nicht nur Palliativmediziner, Hospizbegleiter und Bestatter, dass der bewusste Abschied vom Leben nicht nur das Sterben erleichtern kann, sondern auch die Trauer und das Weiterleben der Angehörigen.

Warum fällt es uns so schwer zu akzeptieren, dass unser menschliches Leben ohne den Tod unmöglich ist? Was können Ärzte, Hospizeinrichtungen, aber auch Bestatter tun, um das Leben bis zum letzten Atemzug erträglich zu machen? Wie gehen Sie persönlich dem Tabuthema Tod um, in der Familie, im Gespräch mit Freunden?

Unsere Studiogäste sind:

Miriam Arens, Leiterin des Kölner Caritas-Hospizes „Johannes-Nepomuk-Haus“

Christian Hillermann, Inhaber der Bestattungsfirma „Trostwerk“ in Hamburg

Prof. Dr. Armin Nassehi, Kultur- und Religionssoziologe an der Universität München

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