Das Feature im Deutschlandfunk, 30. August 2013. Aus der Reihe Ortserkundungen: Barocke Klänge aus dem Dschungel

Von Judith Grümmer

Zum NACHLESEN

«Das ich aber das glück gehabt in disse missiones geschicket zu werden, hatt nit wenig darzu geholffen, weillen ich die music verstehe, und erkenne erst ietz, warumb die göttliche vorsichtigkeit geordnet, das ich in meiner jugend die music lehrnete, damit ich nemblich aus dissen Indianern nit nur fromme und eyfferige christen, sondern auch musicanten machen sollte, als welche bishero noch kein music nach der kunst oder die noten gesehen oder gehöret haben.» (Martin Schmid, 1730)

Der Schweizer Jesuitenmönch Martin Schmid war der erste. Er machte sich 1728 auf die Reise in den bolivianischen Dschungel, um die Ureinwohner zu missionieren – ohne Schwert, einzig mit Musik, Kirchenkunst und Bibel.

Tatsächlich schafften es die Jesuiten, die bis dahin als Nomaden lebenden Chiquitanos in Missionsdörfern anzusiedeln und rund 70 Jahre lang vor der blutigen Unterwerfung durch die spanischen Eroberer zu schützen. Zum Dank bewahrten die Chiquitanos das Erbe der Jesuiten.

Heute hat jedes Chiquitano-Dorf nicht nur seine eigene Barockkirche, sondern auch ein Jugend-Barockorchester. Die barocke Musik ist unterdessen auch in den Armenvierteln der Städte angekommen. Die 70 Musikschüler von San José de Chiquitos werden von Ronald Chinchi unterrichtet.

Der 25-jährige Geiger Ronald Chinchi stammt aus einer bettelarmen Familie; die Musik verlieh ihm Kraft und Lebensmut. Inzwischen steht er am Beginn einer internationalen Karriere.

Das Manuskript finden Sie beim Deutschlandfunk

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